Franziska Preuß sinkt im Ziel auf die Knie: Sie belegte den sechsten Platz beim Massenstart. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Sven Hoppe/dpa)

Franziska Preuß und Vanessa Hinz haben im abschließenden Massenstart der Biathlon-Weltmeisterschaft in Pokljuka eine Medaille klar verpasst.

Beim ersten WM-Titel der Österreicherin Lisa Theresa Hauser lief Preuß auf Rang sechs, Hinz wurde Zehnte. Damit blieben die deutschen Skijägerinnen, die tags zuvor Silber in der Staffel gewonnen hatten, erstmals seit 1997 ohne WM-Einzelmedaille. Zuletzt hatte es 2013 in Nove Mesto nur eine Damen-Medaille bei Welttitelkämpfen gegeben.

Hauser, die auch vom früheren deutschen Damen-Coach Gerald Hönig betreut wird, sorgte damit für den ersten WM-Titel einer österreichischen Skijägerin überhaupt und war als Einzige im gesamten Starterfeld fehlerfrei geblieben.

Preuß (26) leistete sich zwei Strafrunden und hatte nach 12,5 Kilometern 52,6 Sekunden Rückstand auf die Siegerin, die die beiden Norwegerinnen Ingrid Landmark Tandrevold (1 Fehler/+ 21,7 Sekunden) und Tiril Eckhoff (3/+ 23,0) auf die Medaillenplätze verwies. Hinz (28) kam nach einem Fehler mit 1:21,2 Minuten Rückstand ins Ziel. Preuß hatte am Vortag mit einer herausragenden Schießleistung und einem phänomenalen Schlussspurt Staffel-Silber gesichert und galt als eine der Medaillenkandidatinnen.

«Ich bin absolut in Reichweite. Es sind nur kleine Stellschrauben, die manchmal nicht passen. Aber ich habe eine richtig gute WM gemacht und das nehme ich mit», sagte Preuß, die alle WM-Rennen bestritt. Die verpasste Einzelmedaille sei Motivation für die kommende Saison.

Denise Herrmann musste kurzfristig auf ihren Start verzichten. Wie der Deutsche Skiverband knapp zwei Stunden vor dem Rennen mitteilte, ist eine Erkrankung Grund für die Entscheidung. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte Mannschaftsarzt Jan Wüstenfeld und schloss eine Infektion mit dem Coronavirus aus. Herrmann hatte tags zuvor mit Preuß, Hinz und Janina Hettich Staffel-Silber geholt.