Pep Guardiola, Trainer von Manchester City, sitzt auf der Bank und beobachtet das Spiel. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Julien Poupert/PA Wire/dpa)

Pep Guardiola war die Erleichterung anzusehen. Eine Taktik für das alles entscheidende Rückspiel daheim bei Manchester City hatte sich der 50 Jahre alte Star-Coach so schnell nach dem 2:1-Erfolg in einem irgendwie komischen Spiel bei Paris Saint-Germain aber noch nicht zurechtgelegt.

«Ich habe noch nicht wirklich Zeit gehabt, darüber nachzudenken», sagte Guardiola. Bis kommenden Dienstag bleiben Guardiola ein paar Tage – vorher hat er aber noch etwas anderes Großes vor.

«Wir haben jetzt erst mal ein ganz wichtiges Spiel in der Premier League, da wollen wir Meister werden», betonte Guardiola. Mit einem Sieg bei Crystal Palace könnte es soweit sein, wenn die Konkurrenz mitspielt. Es wäre nach 2018 und 2019 der dritte Titel für Guardiola als Coach von Manchester City. Ins Finale der Champions League ist er mit dem Team seit seinem Wechsel vom FC Bayern im Sommer 2016 aber noch kein einzige Mal gekommen.

Die Chancen stehen nun nach dem insgesamt sechsten Sieg der Citizens nacheinander in der europäischen Meisterklasse sehr gut. Rein rechnerisch auch noch besser als die von Rivale FC Chelsea mit dem deutschen Trainer Thomas Tuchel, die Londoner hatten sich am Tag vor dem Manchester-Sieg mit einem 1:1 bei Real aber auch in eine vielversprechende Ausgangslage gebracht.

Guardiola warnte aber mit Blick auf das nächste Rendezvous mit dem Vorjahresfinalisten – damals noch unter Tuchel als Trainer – PSG. «Mit der Qualität, die Paris hat, kann noch alles passieren.» Eine Qualität, die nur in der ersten Halbzeit zur Entfaltung kam. Vor allem Brasiliens Star-Kicker Neymar zeigte eine starke erste Hälfte im Prinzenpark.

An Frankreichs Weltmeister Kylian Mbappé hingegen ging das Spiel mehr oder weniger komplett vorbei. Zum ersten Mal in einem Match der Champions League schoss Mbappé nicht einmal aufs Tor. Noch frappierender war allerdings, was die komplette PSG-Mannschaft von Coach Mauricio Pochettino nach dem Seitenwechsel zeigte: praktisch nichts.

«Paris mit zwei Gesichtern», urteilte PSG selbst auf seiner Homepage. Die deutschen Nationalspieler Julian Draxler und Thilo Kehrer mussten von der Bank mitansehen, wie die Führung durch Marquinhos aus der 15. Minute binnen kurzer Zeit futsch war. Zuerst traf Kevin De Bruyne (64.) mit einem Flankeversuch, danach Riyad Mahrez (71.) per Freistoß aus 25 Metern.

In der 77. Minute flog Idrissa Gueye nach einer Roten Karte durch den deutschen Referee Felix Brych auch noch vom Platz, nachdem der PSG-Profi Ilkay Gündogan übel gefoult hatte. «Mir geht es gut», beruhigte der deutsche Nationalspieler seine Fans via Twitter und freute sich, «dass wir dieses Spiel gedreht haben».

Doch die PSG-Profis wollen sich auch noch nicht geschlagen geben. «Wir haben alles, was man braucht, um diese Situation wieder zu drehen», betonte Kapitän und Torschütze Marquinhos: «Wir dürfen jetzt nicht zweifeln.» Und Neymar meinte martialisch: «Wir haben die Schlacht verloren, aber der Krieg geht weiter.»