Deutschlands Torschützin Lea Schüller (l) kommt vor Belgiens Jody Vangheluwe an den Ball. (Urheber/Quelle/Verbreiter: Federico Gambarini/dpa)

Die Freude der deutschen Fußballerinnen über den erfolgreichen Start ins neue Länderspieljahr fiel allenfalls verhalten aus.

Die blendend aufgelegte Svenja Huth zog nach dem 2:0 (1:0) über Belgien in Aachen dennoch ein positives Fazit: «Es war ein guter Start ins Länderspieljahr. Natürlich wissen wir, dass wir noch einiges besser machen können. Aber auf dieser Leistung können wir aufbauen», sagte die Wolfsburgerin.

Beim Mini-Turnier «Three Nations. One Goal» markierte Huth bereits nach zwei Minuten nach schöner Vorarbeit von Lara Bühl die Führung und war auch am zweiten Tor maßgeblich beteiligt. Huths Flanke verwertete Lea Schüller (55.) per sehenswerter Direktabnahme. Am Mittwoch (18.30 Uhr/Eurosport) trifft die DFB-Auswahl in Venlo auf Europameister Niederlande, der Belgien am vergangenen Donnerstag mit 6:1 viel deutlicher bezwungen hatte.

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg nahm die Leistung gegen Belgien als ordentliche Basis, benannte aber auch die Mängel. «Nicht zufrieden sind wir mit der Präzision, dem letzten Pass, der einfachen Lösung. Viele Flanken kamen nicht dahin, wo sie hinkommen sollen. Daran müssen wir arbeiten», sagte sie.

Voss-Tecklenburg hatte ihrem Team eine sehr offensive Ausrichtung verordnet. Mit den Frankreich-Legionärinnen Dszenifer Maroszan und Sara Däbritz hatte sie die technisch besten deutschen Spielerinnen im Mittelfeld aufgestellt, dazu mit Huth, Bühl und Schüller drei schnelle Angreiferinnen aufs Feld geschickt.

Das zahlte sich früh aus, schon der erste Angriff des Spiels führte zum 1:0. Danach hatte die DFB-Elf zwar die Partie im Griff, zwingende Tormöglichkeiten blieben aber selten. Huth (11.), Abwehrchefin Marina Hegering (21.) und Sydney Lohmann (44.) hätten dennoch das zweite Tor erzielen können. Dem deutschen Spiel mangelte es besonders vor und im gegnerischen Strafraum an Präzision. Der entscheidende Pass wurde zu oft zu weit oder zu hart gespielt.

Von Belgien war im Angriff wenig zu sehen, vielmehr verlegten sich die «Red Flames» auf das Verdichten der Räume bereits weit vor dem eigenen Strafraum. In der 25. Minute lag der Ball sogar im deutschen Tor. Nach einem Konter hatte Julie Biesmans Torhüterin Merle Frohms überwunden, doch mit Verspätung ging die Abseitsfahne nach oben – eine zweifelhafte Entscheidung.

Zur Halbzeit wechselte Voss-Tecklenburg, die keine Feldspielerin über zweimal 90 Minuten einsetzen will. Lena Oberdorf ersetzte Hegering, Linda Dallmann kam für Lohmann. Damit kam etwas mehr Tempo ins deutsche Spiel, und folgerichtig fiel das zweite Tor. Huth flankte in die Mitte, wo Schüller gekonnt vollendete.

Danach erhöhte die DFB-Elf den Druck. Mit Nicole Anyomi feierte eine weitere Offensivspielerin ihr Länderspieldebüt, sie ersetzte Bühl nach einer Stunde und fügte sich mit schönen Flügelläufen und Pässen ein. Auch Sjoeke Nüsken kam zu ihrem ersten Einsatz im DFB-Trikot. Weitere Treffer gelangen jedoch nicht mehr.

Von Gerald Fritsche, dpa